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Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist vielfältigen, widersprüchlichen Erwartungen ausgesetzt. Sie muss eine eigene Antwort auf die Frage finden, warum es trotz knapper Kassen sinnvoll ist, in Jugendtreffs, Jugendhäuser, Aktivspielplätze, Jugendfarmen oder Spielmobile zu investieren. Diese Antwort kann sie nur in der sozialwissenschaftlichen Theorie finden, wenn sie professionell sein will. Diese bietet wenigstens drei Begründungszusammenhänge, die alle den offenen, frei zugänglichen Raum in den Mittelpunkt stellen: Kinder und Jugendliche brauchen Räume, die sie selbst gestalten können und die weitgehend frei sind von Erwartungen auf dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen. Diese Entwicklungen machen es für jeden Jugendlichen schwierig, die ihm aufgetragenen „Entwicklungsaufgaben“ sinnvoll zu bewältigen: Entwicklung einer Lebensperspektive, von Identität und von Solidarität. Die aktuelle Bildungsdebatte verkürzt die durch PISA deutlich gewordenen Probleme auf den Aspekt der Schulbildung. Wer schreiben, lesen und rechnen lernen will, ist aber auf Voraussetzungen angewiesen, die außerhalb der Schule geschaffen werden müssen. Auch hier hat die offene Kinder- und Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag anzubieten.
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